Amritsar: Der Goldene Tempel

In Amritsar ist mit dem Goldenen Tempel das größte Heiligtum der Sikhs beheimatet. Die heilige Stätte wird täglich von zahlreichen Pilgern besucht und auch andersgläubige werden dort stets willkommen geheißen.

Die Stadt Amritsar im Bundesstaat Punjab beherbergt mit dem Goldenen Tempel das größte Heiligtum der Sikhs, welcher zudem eine berühmte Pilgerstätte darstellt. Errichtet wurde das Bauwerk bereits im 16. Jahrhundert, jedoch erhielt es im 19. Jahrhundert noch einen Ausbau. Trotz seines Alters erstrahlt das an der Fassade mit Blattgold versehene Gebäude noch immer in vollem Glanz.

Der Tempel, welcher auch Darbar Sahib oder Hari Mandir genannt wird, was so viel wie „Hof des Herrn“ bedeutet, befindet sich in einem quadratischen See, dem „Amrit Sarovar“. Der Name des Gewässers kann mit „See des Unsterblichkeitsnektars“ übersetzt werden, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele der Pilger einen Schluck Wasser aus dem See nehmen.

Pilger in Amritsar

Die Reisenden werden in der gesamten Anlage des Goldenen Tempels freundlich willkommen geheißen. Pilger dürfen auf dem Areal bis zu drei Nächte verbringen und werden sogar mit einfachen Mahlzeiten versorgt.

In der Tempelanlage wurden einst extra Wirtschaftsgebäude errichtet, in denen sich Schlafmöglichkeiten befinden. Doch ist es ebenso erlaubt, die Nacht unter den Arkaden zu verbringen.

Obwohl der Besucherandrang groß ist, befindet sich die gesamte Anlage in einem tadellosen Zustand. Dies ist vermutlich der täglichen Reinigung zu verdanken, bei der einige Stellen sogar mit Milch gesäubert werden.

Der Goldene Tempel – Heiligtum der Sikhs

Jeden Morgen wird aus dem benachbarten Gebäude, dem Akal Takht, das heilige Buch der Sikhs mit einem feierlichen Ritual zum Hari Mandir gebracht. Dort wird dann daraus rezitiert, wobei die Pilger mitsingen.

Gegen eine Spende kann man sich dort auch bestimmte Passagen aus der Schrift rezitieren lassen. Für das ganze Buch bräuchte ein geübter Vorleser jedoch ganze zwei Tage.

Der Tempelbesuch

In der Tempelanlage sind auch andersgläubige immer willkommen, diese müssen sich jedoch ebenfalls an einige Regeln halten. Vor dem Betreten des Geländes müssen große Taschen, sowie Schuhe und Strümpfe in Verwahrung gegeben werden. Auch Zigaretten müssen abgegeben werden, da es nicht erlaubt ist auf dem Gelände zu rauchen.

Nachdem Hände und Füße im See gereinigt wurden, bekommen die Besucher eine Kopfbedeckung ausgehändigt, sofern sie keine eigene mitbringen. Erst dann dürfen sie das Gebäude betreten.

Wer sich das Heiligtum bei der nächsten Reise nach Indien einmal mit eigenen Augen anschauen möchte, der hat täglich von Sonnenaufgang bis in etwa 22 Uhr Gelegenheit dazu. Das Tempelgelände ist sogar rund um die Uhr geöffnet.