Copán in Honduras – Bedeutendes Zentrum der Mayakultur

Die Maya gehören zu den bedeutendsten alten Hochkulturen Lateinamerikas. Dies kann man schon allein an den Ruinen ihrer einst prächtigen Städte erkennen. Eine davon ist Copán in Honduras.

Wie der richtige Name der Stadt oder ihrer Gebäude einst waren, weiß man leider nicht. Copán liegt im äußersten Westen von Honduras im Tal des Rio Copán. Dadurch, dass dieser Fluss regelmäßig große Landstriche überschwemmt und dann sehr fruchtbaren Boden zurücklässt, war die Gegend für die Maya ein zweckmäßige Siedlungsgebiet.

Über die Anfänge von Copán ist wenig bekannt. Die Gegend wurde wohl schon im Jahr 1.300 v. Chr. das erste Mal besiedelt. Doch eine richtige Erwähnung als Stadt findet sich erst um das 426 n. Chr. Hier solle der erste Herrscher nach Copán gekommen sein und seine Dynastie begründet haben. In den folgenden Jahrhunderten wuchs und wuchs die Stadt. Prächtige Gebäude und kunstvolle Tempel wurden errichtet, die dann teilweise auch wieder überbaut wurden. Ihre Blütezeit erreichte die Stadt im 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wohnten wahrscheinlich bis zu 30.000 Menschen hier.

Doch genau dies wurde wahrscheinlich dann auch, wie bei anderen Städten der Maya, ihr Untergang, denn die Menschen rodeten das Umland, so dass es zu Bodenerosionen und unfruchtbaren Böden kam. Die Menschen konnten nicht mehr alle ernährt werden. Zudem pflegte der Adel der Stadt einen Lebensstil voller Luxus und Größenwahn. Forscher nehmen heute an, dass es von 825 bis 850 zu Aufständen der Bevölkerung gekommen sein muss. Ab da findet Copán auch keine Erwähnung mehr und das Tal wurde verlassen und erst durch die Spanier im 16. Jahrhundert wieder entdeckt. Erst im 19. Jahrhundert wurde mit der Erforschung begonnen.

Das Zentrum der Stadt bildet eine Hauptgruppe von Gebäuden, Altären und Tempeln. Im Süden befindet sich eine Art Akropolis. Um all die Kunstfertigkeit oder die einzelnen Bauten hier genau zu beschreiben reicht an dieser Stelle der Platz nicht aus. (Wer mehr wissen will, auf Wiki gibt es einen sehr ausführlichen Beitrag…) Das schönste Gebäude der Stadt ist wohl ein Tempel, der die Form einer Pyramide hat. Auf seine Spitze führt eine Treppe mit 55 Stufen, auf denen Hieroglyphen die Geschichte Copáns erzählen, beginnend mit dem ersten Herrscher der Stadt. Es ist der längste in den Stein gemeißelte Text in Maya-Schrift überhaupt.

Ein weiteres Highlight ist ein Altar, der so wie der Tempel die Geschichte Copáns darstellt. Dieser war lange Zeit für die Forscher ein Rätsel. Erst Ende der 1970er Jahre fand man heraus, dass die 16 Personen, die um den Altar herum im Schneidersitz sitzen die 16 Herrscher der Stadt darstellen sollen.

In den letzten Jahren wurde die Stadt auch für Touristen geöffnet, wobei die Erforschung dabei weiter geht. Die Archäologen interessieren sich vor allem auch für die Gebäude, die überbaut wurden und nun unter der Stadt vergraben liegen. Daher haben sie die gesamte Stadt untertunnelt. Mittlerweile befindet sich ein regelrechtes Labyrinth unter Copán, wo schon so manche bahnbrechende Entdeckung gemacht wurde.