Das Rote Fort in Agra – Geheimtipp gleich um die Ecke des Taj Mahal

Das Rote Fort in der nordindischen Stadt Agra findet von Touristen meist nur wenig Beachtung, da nur 2,5 km von ihm entfernt das Taj Majal in den Himmerl ragt. Doch das Rote Fort beeindruckt mit seiner wunderschönen Ausstattung und der beeindruckenden Steinmetzkunst. Es ist also fast schon ein Insider-Tipp.

Das Fort wurde 1565 von Akbar dem Großen erhbaut und durch seine Nachfolger im 16. und 17. Jahrhundert stetig erweitert. Die Festungsanlage aus der Mogulzeit diente diesen mit sporadischen Unterbechungen auch als Palast-Residenz.

Außen besteht es aus rotem Sandstein, der ihm auch seinen Namen gab, doch im innern überwiegt weißer Marmor, mit einer unglaublichen Liebe zum Detail. Shah Jahan, der das Taj Mahal erbauen ließ, legte sehr viel Wert auf den inneren Ausbau des Palastes. Doch das Rote Fort sollte für ihn tragischerweise ein goldener Käfig werden, denn sein Sohn ließ ihn, nachdem er seinen Vater gestürzt hatte, bis zu seinem Tod hier einsperren. Und auch noch mit Blick auf das Taj Mahal…

Heute genießen von genau diesem Raum aus die Besucher den märchenhaften Blick über den Fluss Yamuna, aus dessen Dunst das Taj Mahal aufsteigt. Die Architektur, die auf sehr harmonische Weise hinduistische und islamische Baukunst miteinander vereint, ist schon beeindruckend. Überall im innern ist Marmor, der sich über kleine Säulenhallen und sogar hinaus in den Garten sanft mit dem rot des Sandsteins vereint. Mosaike an Wänden, Decken und Böden verstärken den üppigen Eindruck. Manche Räume sehen eher aus wie luftige Zelte.

Schade, dass man nur rund ein Viertel des Gebäudes, das seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, besichtigen kann, da der Rest heute vom Militär genutzt wird. Ein Besuch lohnt sich aber auf jeden Fall.