Die Kokos-Insel

500 km vor der Pazifikküste Costa Ricas liegt ein kleines Fleckchen fast unberührter Natur. Die gerade mal 24 km² große Kokos-Insel ist unbewohnt und hat in ihrer ganzen Geschichte auch nur kurz Menschen beherbergt.

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Sie ist die einzige Insel im Ostpazifik mit einem tropischen Regenwald. Der Dschungel überwuchert fast die ganze Insel und bietet so einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen ein Zuhause.

Seit 1869 gehört sie offiziell zu Costa Rica. Nach mehreren erfolglosen Versuchen sie zu besiedeln, gab es Pläne aus ihr eine Gefängnisinsel zu machen. Doch die Expedition, die die Gegebenheiten daraufhin prüfen sollte, sprach sich gegen ein Gefängnis und für ein Naturschutzgebiet aus. Doch erst im Jahr 1978 wurde aus der Kokos-Insel ein Nationalpark. 1997 hat die UNESCO sie sogar zum Weltnaturerbe erklärt.

Von den 87 Vogelarten auf der Insel kommen nur drei davon weltweit hier vor und etliche andere Vögel wie der Tölpel haben hier Brutkolonien. Aber nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt an Land, sondern vor allem die Unterwasserwelt um die Insel ist einmalig. Daher erstreckt sich der Nationalpark auch in einem Radius von 22 km um die Kokos-Insel herum. Über 300 Fisch- und 500 Moluskenarten zeugen von einer riesigem Artenvielfalt. Große Schwärme von Hammerhaien ziehen um die Insel begleitet von Mantarochen und Walhaien. Um diese fantastische Welt entdecken zu können werden zum Beispiel geführte Tauchgänge angeboten.

Die Besiedlungsgeschichte der Kokos-Insel birgt viele Abenteuer. Jahrelang diente sie vor allem als Beuteversteck für Piraten wie Henry Morgan oder Kapitän Thompson. Daher Hat die Insel einige Schatzsucher angelockt.

Der berühmteste und wohl tragischste unter ihnen ist der Deutsche August Gissler. Von 1889 bis 1908 lebte er hier mit kurzen Unterbrechungen und war davon überzeugt eines schönen Tages einen großen Piratenschatz zu finden. Unter der Insel hat er riesige Tunnelsysteme gegraben, die auch die Erdbeben bis heute überlebt haben. Von Costa Rica wurde er sogar zum ersten und einzigen Gouverneur der Kokos-Insel erklärt. Und ironischer- oder besser tragischerweise fand er in den fast zwanzig Jahren nur 6 Goldmünzen. Das Leben und seine Träume können schon ganz schön gemein sein!

Aber auch Schriftsteller wurden von dem kleinen Eiland inspiriert. Die Kokos-Insel gilt als mögliche Vorlage für „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson.

Hoffentlich bleibt die Insel unbewohnt. Es ist gut zu wissen, dass es noch solche, wenn auch winzig kleinen, Fleckchen auf der Erde gibt.

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