„Die Reise des Personalmanagers“: Film über einen Roadtrip durch Osteuropa

Im neuen Film „Die Reise des Personalmanagers“ wird auf tragisch-komische Weise die Geschichte eines Personalmanagers erzählt, der damit beauftragt wird, die tote Yulia in ihre osteuropäische Heimat zu überführen.

Doch damit beginnt für ihn eine Odyssee.
Mit diesem Meisterwerk ist dem jüdischen Regisseur Eran Riklis ein grandioser, anrührender Film, durchzogen von humorvoller Melancholie, gelungen.

Israel: Nach einem Bombenanschlag wurde die osteuropäische Putzfrau einer israelischen Bäckerei, Yulia, getötet, doch niemand scheint ihr Fehlen bemerkt zu haben, denn eine Woche nach dem Anschlag liegt sie noch immer unbeachtet in einem Leichenschauhaus. Und auch in der Bäckerei will einen Monat lang niemand ihr Verschwinden bemerkt haben.

Vom Betriebsklima

Dass das nicht gut fürs Image ist, weiß auch die Chefin dieser größten Bäckerei Jerusalems und beauftragt daraufhin den Personalmanager, die tote Yulia in ihre osteuropäische Heimat zu überführen, und das mit möglichst viel Aufmerksamkeit. Denn schon haben sich die Medien wie Aasgeier auf dieses gefundene Fressen gestürzt: Sie witterten Schlagzeilen bezüglich des immer unmenschlicher werdenden Klimas in diesen großen Betrieben.
Doch der Personalmanager hat eigentlich ganz andere Sorgen, soll sich eigentlich um seine kaputte Ehe kümmern und seine Tochter bei einem Ausflug begleiten. Doch was hilft das schon, liegt ihm doch seine manipulative Chefin im Nacken.
Also begibt er sich doch auf die Reise, begleitet von einem nervtötenden Reporter, der die Geduld des spröden Managers auf eine harte Probe zu stellen scheint. Und so beginnt die lange Odyssee, in deren Verlauf der Manager und die Tote immer wieder von ungebetenen Wegbegleitern aufgesucht werden. So zum Beispiel auch von dem verwirrten Sohn Yulias.

Besonderer Fingerzeig

Ein besonderes Merkmal des Filmes ist, dass nur Yulia selbst einen Namen erhalten hat. Hiermit hält sich Regisseur Riklis an die Romanvorlage der Verfilmung. Begründet wird das mit der Kritik am System, die Mitgliedern nur Wert nach Leistung anerkennt, die innere Persönlichkeit jedoch keine Rolle zu spielen scheint.
Und doch schafft Riklis es, trotz der tragischen Geschichte, dem Film humorvolle Szenen und skurrile Augenblicke zu entlocken. Riklis Markenzeichen, sein tragisch-komischer Witz als Beobachter der Welt mit ihren Problemen, kommt auch hier voll und ganz zum Tragen.

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