Die Straße von Gibraltar

Fast schon legendär ist die Meerenge zwischen Europa und Afrika, die das Mittelmeer mit dem Atlantischen Ozean verbindet. Die Straße von Gibraltar ist eine der meistbefahrendsten Wasserstraßen der Welt und jährlich sind tausende von Menschen von dem Blick von Kontinent zu Kontinent fasziniert.

An den dünnsten Stellen mit einer Breite von 14 km (breiteste Stelle: 44 km) kann dies bei schönem Wetter mit viel Glück sogar gelingen. Sie ist ungefähr 60 km lang und erreicht eine Tiefe von bis zu 900 m unter dem Meeresspiegel.

Die Straße von Gibraltar grenzt im Norden an Spanien mit der südlichsten Stadt Europas, Tarifa. Im Süden liegt Marokko und die spanische Exklave Ceuta.

Dass heute täglich ungefähr 300 Schiffe die Straße von Gibraltar befahren, ist nur durch technische Innovationen möglich. Lange war sie ein für Schiffe fast unüberwindbares Hindernis. Da das Niveau des Mittelmeeres 1,4 m niedriger ist als das des Atlantiks, setzt der Strom an der Wasseroberfläche ständig leicht nach Osten. Dazu kommen starkr und unberechenbare Winde. Erst als man in der Antike herausfand, dass es in der Tiefe eine Gegenströmung gibt, wurde die Passage für Schiffe mit Treibanker, die diesen als Antrieb benutzen einigermaßen passierbar.

Über die Straße von Gibraltar versuchen jährlich unzählige Afrikaner, besonders aus dem Maghreb, illegal über Spanien nach Europa einzuwandern. Doch die heftigen Winde, der hohe Wellengang und die starke Strömung machen den kurzen Weg für die meist überfüllten oder schäbigen Boote zu einer halsbrecherischen Tour. Jedes Jahr werden hunderte von Ertrunkenen an die Strände Spaniens gespült. Und niemand weiß, wieviele einfach auf das offene Meer herausgetrieben werden. Laut Schätzungen sollen diese Überfahrten jährlich ungefähr 2000 Menschen das Leben kosten.

Seit Jahren gibt es etliche Pläne zum Bau einer Brücke, die Europa und Afrika verbinden soll. Auch ein Tunnel unter der Straße von Gibraltar durch ist geplant. Doch beide Projekte werden aufgrund der besonderen Anforderungen ständig verschoben und überarbeitet.

Bei Touristen ist das Whale Watching vor Tarifa sehr beliebt.Wale und Delphine tummeln sich hier. Um die Tiere zu schützen hat die spanische Regierung ein Tempolimit von 13 Knoten (24 km/h) festgelegt.

Mal sehen wie lange es dauern wird, bis Europa und Afrika hier verbunden werden.