Fès in Marokko – Geistiges Zentrum des Landes wie aus 1001 Nacht

Fès gehört zu den vier Königsstädten Marokkos und ist sicherlich einer der schönsten Orte des Landes. Betritt man die Stadt fühlt man sich sofort wie in 1001 Nacht und man wird von einer Fülle von Eindrücken überwältigt.

Über die Geschichte hin war Fès eine der blühendsten und wichtigsten Handelsstädte des Maghreb. So kam sie zu enormen Reichtum und konnte sich zum geistigen und kulturellen Zentrums Marokkos entwickeln. Und das ist Fès heute noch. Die Einwohner sind stolz auf ihr Erbe und ihre großen Errungenschaften. Noch heute verstehen sie sich als „Elite“ des Landes.

Gegründet wurde Fès im Jahr 789 und erfuhr relativ schnell einen großen Zulauf. Hier gab es reiche Wasserquellen, eine lebenswichtige Voraussetzung, und so kamen viele Leute hierher, vor allem Flüchtlinge aus Tunesien und von Córdoba. Bereits 20 Jahre später war Fès eine kleine Stadt mit Moschee, einem Palast und einer Markthalle.

All die Bewohner, die stetig neu ankamen, brachten technische und handwerkliche Fähigkeiten mit, eine wesentliche Grundlage für die spätere Metropole. Aber nicht nur das Handwerk blühte, auch der Handel wurde immer mehr, denn die Stadt profitierte von ihrer günstigen Lage direkt an der Kreuzung der wichtigsten Handelswege Nordafrikas.

Bereits im Jahr 859 wurde hier die große Universitätsmoschee „Al-Qairawiyin“ gegründet, die noch heute einen sehr guten Ruf genießt. Viele berühmte arabische Gelehrte studierten hier. Sie ist die älteste Universität der Welt, an der heute noch gelehrt wird.  Zudem war sie, bis zum Bau der Hassan II. Moschee in Casablanca, die größte Moschee im Maghreb.

Lange in der Geschichte war Fès auch die Hauptstadt Marokkos, verlor diesen Status jedoch immer mal wieder an Marrakesch. 1912 wurde dann Rabat zur offiziellen Hauptstadt des Landes, doch den Status des geistigen und kulturellen Zentrums kann der Stadt niemand nehmen.

Fès mit seinen gut einer Million Einwohnern ist in drei Teile aufgeteilt: dem ältesten Stadtteil Fes-el-Bali, dem im 13. Jahrhundert gegründetem Fes-el-Djedid und dem Dar Debibegh, dem sogenannten Ville Nouvelle, das von den Franzosen während der Protektoratszeit erbaut wurde.

Besonders die Altstadt mit ihrem besonderen Flair zieht einen sofort in seinen Bann. Hier findet man sich in einem Labyrinth aus Hunderten von kleinen Gassen, von denen manche gerade mal 50 cm breit sind. Angeblich gibt es deshalb bis heute von diesem Teil keinen genauen Stadtplan. Hier kann man in ein arabisches Märchen eintauchen. Überall umwehen fremde Gerüche die Nase und man wird fast schon überwältigt von der Fülle der Eindrücke. Auf vielen typisch arabischen Souks bieten Händler und Handwerker ihre Ware an. Hier gibt es fast alles, vom Goldschmied, über die berühmte blaue Töpferware bis hin zu Gewürzhändlern.

Es gibt hier natürlich noch bedeutend mehr zu sehen. Wunderschöne Moscheen und prächtige Palastbauten mit großzügig und üppig angelegten Gärten oder Olivenhainen und und und. Bei einer Besichtigung sollte man unbedingt auf einen der Hügel steigen und den einmaligen Blick über die ganze Stadt genießen.

Jeder, der einmal in Fès war, wird verzaubert sein…

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