Tempelhof ade! – Nach 85 Jahren stellt der Berliner Flughafen seinen Betrieb ein

Gestern geisterte es durch alle Medien: Der Flughafen Berlin-Tempelhof hat nun endgültig seine Pforten geschlossen und den Flugverkehr eingestellt.

85 Jahre lang war er in Betrieb und wurde für viele Deutsche zu einem Symbol der Solidarität der Völker. Hier landeten während der Zeit der Luftbrücke die berühmten Rosinenbomber.

Gestern Nacht war es nun also soweit: In einer Abschiedsfeier wurde der Flughafen nochmal gewürdigt, während draußen Tausende von Demonstranten mit einer Lichterkette ein Zeichen gegen die Schließung setzen wollten. Am späten Abend stiegen dann die zwei letzten Flugzeuge in die Luft, ein Rosinenbomber und eine Ju-52, auch „Tante Ju“ genannt, und landeten auf ihrem neuen Bestimmungsort, dem Flughafen Schönefeld. Um Punkt Mitternacht gingen dann die Lichter aus und Tempelhof hat sich für immer von der Welt verabschiedet.

Naja, so war es jedenfalls geplant, denn es war ein verregneter Abend und vier reguläre Flugzeuge mussten in Tempelhof verbleiben, weil die Wetterlage zum starten so schlecht war. Diese werden sich dann erst heute verabschieden, zur Not auch über den Landweg. So bleibt er aber wenigstens den Leuten im Gedächtnis so wie er war, ein bisschen hektisch und chaotisch.

Der Flughafen Berlin-Tempelhof wurde im Jahr 1923 eröffnet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der wichtigsten Drehkreuze Europas. Die Nazis bauten ihn dann massiv aus. Doch am bekanntesten wurde er wohl durch zwei Dinge: Einmal die bereits erwähnte Luftbrücke 1948/49, in der die von der sowjetischen Besatzung eingeschlossene West-Berliner Bevölkerung über Tempelhof mit Lebensmitteln, Medikamenten und Brennstoff versorgt wurde.

Und zweitens, da dies der Flughafen war, auf dem lange Jahre die Stars aus Hollywood landeten…

Bereits im Jahr 1996 wurde beschlossen, dass ein Flughafen in der Stadt nicht mehr zeitgemäß sei und die Schließung wurde vereinbart. Nun gab es jahrelange Diskussionen und der Volksentscheid gegen die Schließung scheiterte.

Was aus Tempelhof wird, ist noch ungewiss. Ich würde ja den Vorschlag befürworten die einmalig weite Fläche mitten in der Stadt wieder dafür zu nutzen, was sie vor dem Flughafen einmal war, nämlich ein Erholungsort für die Berliner Bevölkerung. Die Hallen werden höchstwahrscheinlich zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsort werden. Es bleibt spannend…

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