Lunenburg – Älteste deutsche Siedlung in Kanada

Lunenburg, das klingt ziemlich deutsch, oder? Das kleine Städtchen befindet sich aber nicht in der Eifel oder an der Ostsee, sondern an der Atlantikküste Kanadas. Doch der Name kommt nicht von ungefähr, haben sich hier doch vor über 200 Jahren die ersten deutschen Siedler niedergelassen.

Es waren vor allem Fischer, die hier, rund 70 km vom Halifax entfernt in der heutigen Provinz Nova Scotia, ihr neues Zuhause fanden. Gegründet wurde die Siedlung eigentlich von den Briten, doch die zogen bald weiter und so lockte man Siedler aus Deutschland, der Schweiz und dem protestantischen Frankreich in die Gegend. Man versprach ihnen in Lunenburg frei ihre Religion ausüben zu können.

Der Name Lunenburg wurde der Stadt zu Ehren des englischen Königs George II. verliehen, der auch deutscher Kurfürst und Herzog von Braunschweig-Lüneburg war.

Die Fischer, Bootsbauer und Seeleute kamen über die Jahre zu erheblichem Wohlstand, was man noch heute an den typischen bunten Häusern der historischen Altstadt sehen kann. Doch im Jahr 1990 war es dann vorbei mit der Fischerei, denn das Ökosystem war zerstört und die Fischbestände fast vollkommen ausgeschöpft. So mussten die meisten Fischer ihre Arbeit aufgeben und aus Lunenburg wegziehen.

Für die wunderschönen alten Häuser fanden sich aber schnell neue Liebhaber, so dass die Stadt nicht so schnell untergehen wird. Heute lebt Lunenburg vor allem vom Tourismus und vom Bootsbau. Hier wurde zum Beispiel das Schiff für den Film „Meuterei auf der Bounty“ gebaut.

Besucher der Stadt machen am besten einen gemächlichen Spaziergang durch die Altstadt und den Hafen. Hier stößt man immer wieder auf architektonisch interessante Häuser, wie die Schule von Lunenburg, die Oper oder die St. John’s Anglican Church, lange Zeit eines der bedeutendsten Symbole für die britische Herrschaft und die anglikanische Kirche in Kanada.

Lunenburg, das auch auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht, lädt zum Verweilen und Entdecken ein. Ein ruhiger Ort, ohne großen Trubel, den man unbedingt auf seinem Kanada-Besuch gesehen haben muss.

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