Ostfriesland – Vielfalt zwischen Nordsee, Deich und Kleinstadtidylle

„Heel wat besünners!“ heißt es, wenn die Ostfriesen im dort weit verbreiteten Plattdeutsch von ihrer Heimat Ostfriesland schwärmen. Und damit haben sie recht: Die Region im Nordwesten Niedersachsens entlang der Nordseeküste besticht mit einer Inselgruppe, dem Wattenmeer, idyllischen Küstenorten und Kleinstädten sowie seinem malerischen Flachland, das zum Radfahren einlädt.

Wattenmeer Ostfriesland

Maritimes Flair – Sehenswertes an der Küste

Die ostfriesische Nordseeküste säumen zahlreiche gemütliche Küstenorte, die eine ganz besondere maritime Atmosphäre versprühen. Besonders empfehlenswert ist der Fischerort Greetsiel in der Gemeinde Krummhörn: Der Ort blickt auf eine 650-jährige Geschichte zurück und hat einen malerischen Hafen mit kleinen Fischerbooten. Auch das kleine Dörfchen Pilsum ist eine Reise wert. Der zwei Kilometer von der Nordsee entfernte Ort wurde durch seinen rot-gelb gestreiften Leuchtturm bekannt, in dem einst Komiker Otto Waalkes in seiner Filmkomödie „Otto – der Außerfriesische“ (1989) hauste. Der Pilsumer Leuchtturm zählt zu den Wahrzeichen Ostfrieslands – und wer möchte, kann hier sogar heiraten.

Wer sich auf die Spuren von Otto Waalkes und Karl Dall begeben möchte, sollte ihrer Geburtsstadt Emden, die zugleich die größte Stadt Ostfrieslands ist, einen Besuch abstatten. Die Stadt an der Emsmündung am Nordufer des Dollarts hat auch Kulturfreunden einiges zu bieten: Die Kunsthalle Emden, das Bunkermuseum, das Ostfriesische Landesmuseum sowie drei Museumsschiffe, die im Ratsdelft vertäut sind, sind nur einige von vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Fernab der Dörfer und Städte können Sie entlang der Deiche kilometerlange Spaziergänge und Radtouren unternehmen und frische Seeluft atmen.

Zwischen Festland und Insel: Wattwandern

Das besondere Naturhighlight Ostfrieslands ist das Wattenmeer: Die einmalige Naturlandschaft, die fest in der Hand von Ebbe und Flut ist, wird seit 1986 als Nationalpark geschützt. In Gummistiefeln oder barfuß das Wattenmeer erkunden – ein ganz besonderes Erlebnis. Sie können sogar zu den ostfriesischen Inseln wandern: Diverse Veranstalter bieten geführte Wattwandertouren etwa zu den Inseln Norderney, Spiekeroog und Baltrum an. Eine Wanderung vom Festland nach Spiekeroog beispielsweise ist etwa neun Kilometer lang und dauert vier Stunden. Sind Sie auf der Insel angekommen, sollten Sie in jedem Fall die Zeit für eine Erkundungstour nutzen. Anschließend geht es dann bequem mit dem Schiff oder einem traditionellen Fischkutter zurück.

Das Herz Ostfrieslands

Aber auch das ostfriesische Inland hat einiges zu bieten. Besonders empfehlenswert ist hier Aurich, die zweitgrößte Stadt der Region hinter Emden. Die heimliche Hauptstadt Ostfrieslands war in der Vergangenheit nacheinander die Residenz der ostfriesischen Fürsten, der Sitz der preußischen, hannoverschen und wiederum preußischen Verwaltungen Ostfrieslands. Heute ist sowohl das Amtsgericht als auch das Landgericht in Aurich ansässig, weswegen sich Aurichs Ruf als Schreibtisch Ostfrieslands bis heute gehalten hat. Wer Aurich besucht, sollte in jedem Fall dem Auricher Schloss, dem Marstall und der Stiftsmühle einen Besuch abstatten. Zudem lädt die beschauliche und gut erhaltene Innenstadt geradezu zu einem gemütlichen Stadtbummel ein. Wer dabei zwischendurch eine Pause einlegen möchte, sollte einen Zwischenstopp in der Traditionsgaststätte Zur Börse in der Burgstraße oder in der urigen Kluntje Teestube im alten Müllerhaus bei der Stiftsmühle einlegen. Hier können Sie sich bei einer Tasse Tee ganz nach ostfriesischer Tradition erholen: schwarzer Tee mit Milch und Kandiszucker.

Beachten Sie: Wenn Sie Aurich besuchen möchten, sind Sie mit einem Auto gut beraten, denn Aurich besitzt keinen Bahnhof und das öffentliche Busverkehrsnetz ist nur spärlich und zudem recht teuer. Wer dennoch mit der Bahn anreisen möchte, sollte bis Emden oder Leer fahren – von dort gibt es eine Busverbindung nach Aurich.

Bildquelle: Norbert Schiffbauer – Fotolia

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