Pienza in Italien – Der Papst plante hier einst die „ideale Stadt“

In den letzten Jahren beklagen viele den Massentourismus in der Toskana, der weite ursprüngliche Landstriche nach und nach zerstört. Doch ein paar wenige Orte profitieren natürlich gleichzeitig auch von ihrer Beliebtheit. So konnte zum Beispiel die kleine Stadt Pienza wieder ihre volle Blüte erlangen.

Der lange vergessene toskanische Ort wurde für ihre Besucher wieder zu dem, als was sie einst geplant war, nämlich eine durch und durch konstruierte Stadt. Die alten, wunderschönen Gebäude wurden aufgehübscht und aufwendig im einstigen Stil restauriert. Nun kann man in Pienza wieder einen Hauch italienisches Lebensgefühl schnuppern, wie man es sich eben als Fremder vorstellt: verwinkelte Gassen, Prachtbauten der katholischen Kirche, gutes Essen (Pecorino) und das Flair der Toskana.

Ursprünglich hieß die Stadt Corsignano und wäre wahrscheinlich auch ein unbekanntes Dorf geblieben, wenn das Land nicht der Familie Piccolomini gehört hätte. Einer der Piccolominis ging nämlich als Papst Pius II. in die Geschichte ein. Dieser beschloss seine Hauptresidenz nicht wie damals üblich direkt in Rom zu beziehen, sondern ließ sich sein altes Heimatdorf zu seinem festlichen Palast umbauen.

Er nannte die entstehende Stadt fortan nach sich selbst: Pienza, die Stadt des Pius. Zum Papstpalast gehörten natürlich auch noch ein Kathedrale, Häuser für die Dienerschaft, die Kardinäle, etc. Beauftragt wurde im Jahr 1459 ein berühmter Architekt aus Florenz, Bernardo Rosselino. Und so wuchs Pienza im Laufe der Jahre immer weiter.

Doch Papst Pius II. sollte die Fertigstellung seiner geplanten Stadt nicht mehr miterleben. Eine weitere berühmte italienische Familie wohnte in Pienza. Einer der Kardinäle des Papstes, Rodrigo Borgia, hatte sein Haus in Pienza. Aus ihm sollte dann Papst Alexander VI. werden und auch er achtete darauf, dass in Pienza weitergebaut wurde. Genau dieser Papst sollte später mit seinem ausschweifenden Lebensstil dafür sorgen, dass die katholische Kirche den Tiefpunkt ihres Ansehens erreichte. Und so wurde ab da auch Pienza vernachlässigt…

Doch, wie schon erwähnt, konnte, dank dem Tourismus, Pienza in den letzten Jahrzehnten überarbeitet werden und strahlt heute nun fast in seinem einstigen Glanz. Die alten Bauwerke sind einfach beeindruckend: die imposante Kathedrale, der Papstpalast, die Häuser der Kardinäle, viele weitere wunderschöne Kirchen und immer wieder kann man Spuren der Familien Piccolomini und Borgia entdecken.

Pienza: Die Toskana wie sie leibt und lebt…

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.