Reisen entlang der Seidenstraße: Wissenswertes

Die Seidenstraße ist ein weitverzweigtes Netz von einstigen Karawanenstraßen. Ihre Hautroute verbindet das Mittelmeer mit Ostasien. Auf dieser Straße gelangten Kaufleute, Gelehrte, ganze Armeen, Religionen, Ideen und viele Kulturen von Osten nach Westen und umgekehrt. Schon seit der Bronzezeit existiert diese Verbindung zwischen China und Europa. Basierte sie einst auf dem Prinzip des Austausches von Handelsgütern, ermöglichte sie doch bald auch den Aufbau diplomatischer Kontakte und den Austausch von Wissen und Kultur.

Verlauf einer Traumstraße

Ihr Name erweckt Träume von Karawanen, sehr kostbarer Seide, orientalischen Gewürzen und herrlichen Düften. Sie durchquert Gebirgsketten und Wüsten mit extremen Klimaschwankungen. Übrigens reiste angeblich schon Marco Polo auf dieser Straße nach China. Oasen und Militärstützpunkte erhielten die Straße von alters her und boten den Händlern und Reisenden Unterkunft und Verpflegung. Nur ganz wenige Menschen bereisten sie aber in voller Länge. Die Händler bereisten mit ihren Waren nur bestimmte Abschnitte. Tatsächlich führte die Straße über ein sehr, sehr weit verzweigtes Wegenetz durch Länder wie Afghanistan, China, Indien, Iran, Kirgisistan, Pakistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan. Die Karawanenstraßen kreuzten sich, verliefen ein Stück lang parallel zueinander und verzweigten sich wieder. Diese Straße zu bereisen war nicht einfach. Nicht nur das Pamirgebirge und die Taklamakan-Wüste waren eine große und anstrengende Herausforderung für jeden Reisenden.

Eine kleine Reise entlang der Seidenstraße

Heute kann man bequem mit der Bahn entlang der romantischen verklärten Straße reisen. Meisterwerke der Architektur in Taschkent, Buchara, Samarkand oder Chiva können so problemlos erlebt werden. Einige Stationen könnten sein:
· Buchara, die 2500 Jahre alte Stadt der Heiligen, hat eine der besten gut erhaltenen Altstädte im Orient. Die Sommerresidenz von Alim Khan, Sitora-i-Mokhi Khosa, ist einen Besuch wert.
· Samarkand wird die Perle des Ostens genannt. Unzählige blaue Kuppeln verzaubern den Ort. Sehenswert sind die Shakhi-Zinda Nekropole aus dem 12. – 15. Jh., das Afrasiab Museum, das Ulugbek Observatorium, das Ishrat Khana Mausoleum aus dem 17. Jh., der Khodja Abdi-Darun Schrein-Komplex und der Imam al Bukhari Gedenkkomplex.
· Chiwa in der Karakum-Wüste, das heißt Orient pur. Die Altstadt Itchan Kala wird umschlossen von einer sehr hohen Mauer. In der prächtigen Altstadt findet man Medresen und Mausoleen, Moscheen, Minarette und Paläste aus vielen Jahrhunderten.

Die Bedeutung der Seidenstraße heute

Heute versuchen Touristen aus Europa, Amerika und Asien bei ihren China-Reisen auf den abenteuerlichen Spuren Marco Polos zu wandeln. Für den Handel hat diese legendäre Straße keine Bedeutung mehr. Viele Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmäler entlang dieser Route wurden im Zuge der steigenden Tourismusnachfrage restauriert und erhalten. Eine neue Bedeutung erhielt sie durch die Entdeckung von Ölquellen. Aber leider erlangte sie auch eine unrühmliche Bedeutung als Heroin-Highway. Der Mythos ‚Seidenstraße‘ jedoch bleibt trotz allem in den Herzen der Romantiker und Abenteurer.

IMG: Bithja Isabel Gehrke- Fotolia

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