Ruinenstadt Palenque in Mexiko – Einstiger Stolz der Maya

Selbst hier in Europa hat die einstige Maya-Stadt Palenque die Fantasie so mancher Wissenschaftler und Künstler angeregt, denn, wer diesen mythischen Ort einmal gesehen hat, wird ihn niemals vergessen. So ließ Max Frisch einige Passagen seines berühmten Romans „Homo Faber“ in Palenque spielen und auch UFO-Pseudo-Forscher Erich von Däniken fühlte sich durch die Darstellungen der Maya inspiriert. In einer Zeichnung meint er nämlich einen Raumfahrer mit Rakete zu erkennen. ;-)

Wie mag das wohl für die damaligen Entdecker gewesen sein, als sie auf die lange verschollenen Ruinen, den einstigen Stolz der Maya, stießen? Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fanden Einwohner des kleinen Dorfes Santo Domingo de Palenque seltsame Ruinen tief im Dschungel. Sie meldeten es gleich aufgeregt den kolonialen Behörden der spanischen Besatzer. Die königliche Familie Spaniens interessierte sich sehr dafür und schickte mehrere Expeditionen dorthin.

Nach und nach kamen Forscher aus der ganzen Welt nach Palenque und legten Teile der ehemaligen Maya-Stadt frei. Doch man nimmt an, dass bis heute nur 5% der Fläche ans Tageslicht gebracht wurden. Diese 5% werden nach wie vor von Archäologen untersucht, denn die Maya geben ihnen immer noch einige Rätsel auf, und auch Touristen können das Gelände besuchen.

Der freigelegte Teil besteht im Wesentlichen aus dem Palast, dem Tempel der Inschriften und drei weiteren Tempeln, die als Kreuzgruppe bezeichnet werden.

Der Palast ist wohl der größte Komplex Palenques und fällt vor allem wegen seiner einzigartigen Architektur auf. Er besteht aus mehreren Gebäuden mit jeweils rechteckiger Basis, die auf künstlichen Plattformen mit etliche Türen stehen. Aus dem Palast heraus ragt ein vierstöckiger Turm, der eventuell als eine Art Observatorium gedient haben könnte.

Der Tempel der Inschriften ist das prächtige Grab des großen Herrschers Pakal, der die Stadt Palenque damals zu ihrer Blütezeit führte. Er besteht aus einer 20 m hohen Stufenpyramide, auf deren Spitze eine kleiner Tempel thront. Im Tempel hat man neben seinem Sarkophag und einem mysteriösen anderen noch etliche Grabbeigaben, die Skelette mehrerer Jugendlicher und zahlreiche Inschriften gefunden, die das Leben Pakals erzählen.

Die anderen drei Tempel, der Sonnentempel, der Tempel des Blätterkreuzes und der Kreuztempel, sind wahrscheinlich Monumente für die drei Gottheiten auf die sich die Herrscher von Palenque als Herkunft berufen.

Durch das Gelände der Stadt, im mexikanischen Bundesstaat Chiapas, fließen immer wieder kleine Bäche und der Rest ist vom Dschungel überwuchert, so dass allein diese Tatsache eine seltsame Stimmung erzeugt. Gegründet wurde Palenque wahrscheinlich im vierten Jahrhundert n. Chr. Verlassen wurde die einst blühende und reiche Stadt wohl anfang des 10. Jahrhundert. Über das Warum streiten sich die Archäologen immer noch. Die einen nehmen an, dass Erdbeben der Grund waren, die anderen sagen, dass das Verlassen von Palenque die ersten Anzeichen des politischen Niedergangs des Volkes der Maya waren.

Ob wir die Wahrheit jemals erfahren werden ist ungewiss, sicher ist nur, dass Palenque noch so manches Geheimnis in sich birgt, dass es zu erkunden gilt. 

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