AIDS-Sorgenkind Osteuropa

Anlässlich des Welt-Aids-Tages, der stets am 1. Dezember eines Jahres begangen wird, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO unter Leitung von Gottfried Hirnschall die neusten Zahlen bekannt gegeben. Trotz eines leichten Rückganges der Zahl der Neuinfizierten gebe es in vielen Bereichen berechtigten Grund zur Sorge.

Verschiebung des Schwerpunkts

Die Zahlen, die der WHO-Direktor veröffentlichte, sind zunächst positiv. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Personen, die sich mit dem tödlichen Virus angesteckt haben, um 15 Prozent auf knapp 2,7 Millionen zurückgegangen. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass ausgerechnet auf einem der zivilisiertesten Kontinente der Erde steigende Neuerkrankungen festzustellen sind. In keinem anderen Gebiet der Erde breitet sich Aids so schnell aus wie in Osteuropa. Die Zahl der Menschen, die an dem tödlichen Virus gestorben sind, haben sich in nur einem Jahrzehnt verzehnfacht. Es leben derzeit geschätzte eine Million Personen mit HIV-positiv in Osteuropa. Diese Zahl könnte sich in weniger als fünf Jahren mehr als verdoppeln. Ein Ende der steigenden Neuinfizierten ist derzeit nicht in Sicht, die Epidemie in Osteuropa breitet sich weiter aus.

Gefähredete Personengruppen

Besonders betroffen sind Personen im Alter von 25 bis 35 Jahren, zwei von hundert Männern dieser Altersgruppe sind bereits heute nachweislich infiziert. Betroffen sind vor allem drogenabhängige Personen, jeder zweite Abhängige ist HIV-positiv. Besonders groß ist die Gefahr in der Ukraine und Russland, aber auch Bulgarien und Rumänien vermelden hohe Zahlen.

Die Gründe für die besorgniserregende Ausbreitung in Osteuropa sind vielfältig. Mangelnde Aufklärung und Prävention führen dazu, das viele Menschen die Krankheit und die Gefahren von Aids nicht kennen. Noch größer ist aber das finanzielle Problem. In Osteuropa werden kaum Fördermittel in die Aufklärung und Behandlung investiert. Die Armut ist in vielen Teilen so groß, dass Männer und Frauen zur Prostitution gezwungen sind. Die Zahlen infizierter Personen aus diesem Milieu sind besonders groß.
Bild: Knut W. – Fotolia

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