Alentejo: Heimat der Korkeiche

Alentejo ist eine Region im Süden Portugals. Weite, wunderschöne Landschaften und verlassene, alte Steinhäuschen bestimmen das Bild der größten Region Portugals. Wer nach einer besonderen Art der Ruhe sucht, wird hier zwischen verlassenen Straßen und Korkeichenwäldern fündig. Besonders im Frühjahr, wenn die dürren Landschaften der Gegend in einem Blütenmeer aufgehen, sollte Alentejo besucht werden.

In Alentejo ist die Natur noch so ursprünglich und unberührt, wie es sich kaum ein europäischer Großstädter vorstellen kann. Aufgrund der niedrigen Bevölkerungsdichte und dem landwirtschaftlich geprägten Lebensstil findet man hier eine ausgeprägte Landbesitzstruktur vor. Das Resultat sind weite Landschaften, die besonders im Frühling eine unvorstellbare Schönheit bieten. Im Sommer, wenn die Temperaturen bis zu 40 °C betragen, verbrennt die Sonne das Blütenmeer und die Vegetation – ermöglicht jedoch auch gleichzeitig warme, angenehme Temperaturen bis in den späten Herbst.

Alentejo und das besondere Wahrzeichen

Die Korkeiche ist das Wahrzeichen der Region und Hauptexportgut von Alentejo. Die Baumart gehört zu den robusteren Arten, die auch extremsten Wetterbedingungen, wie beispielsweise der Dürre, standhalten. Es werden niedrige Bäume mit starken, ausgeprägten Ästen angebaut, da diese den meisten Kork liefern können. Diese Bäume stehen wie keine andere Art für Alentejo, sind aber auch Wahrzeichen anderer portugiesischer Städte. Eine Euro-Gedenkmünze anlässlich der portugisischen Ratspräsidentschaft der europäischen Union wurde 2007 mit dem Motiv einer Korkeiche herausgebracht.

Kulinarisches in Alentejo

Geprägt von der landwirtschaftlichen Vergangenheit sowie Gegenwart ist auch die kulinarische Vielfalt von Alentejo. Aufgrund von bäuerlicher Armut waren die Bewohner häufig gezwungen, sehr kreativ zu sein, um aus den wenigen Zutaten, die zur Verfügung standen, eine vollwertige Mahlzeit zu konzipieren. Besonders wichtig ist das im Holzofen gebackene Brot der Region, welches zu jeder Mahlzeit eingenommen wird. Kräuter, Olivenöl und selbstverständlich frischer Fisch sowie diverse Meeresfrüchte stehen unter anderem auf der Speisekarte. Aufgrund der Nähe zur Küste sind maritime Spezialitäten besonders beliebt und empfehlenswert.

Zwischen den unzähligen Olivenhainen findet man vereinzelt auch kleine Weinanbaugebiete. Diese Region ist nicht besonders typisch für den Weinanbau, erfreut sich jedoch aufgrund der Experimentierfreudigkeit der Winzer einer steigenden Beliebtheit. Besonders die Rotweine glänzen durch eine runde, fruchtige Note. Die Weißweine sind eher leicht – werden allerdings größtenteils in Portugal konsumiert.

Ländlicher Lebensstil

Die Gegend ist alles andere als urban. Die weiten Landschaften zeichnen sich durch die Verlassenheit und die Präsenz kleiner, einsamer Dörfchen mit weißgekalkten, maurischen Häuschen aus. Die größte Stadt dieser Region hat nach deutschem Verständnis die Einwohnerzahl einer mittelgroßen Kleinstadt: Évora bietet vielleicht nicht den urbanen Charakter Lissabons, stellt mit seiner Geschichte und Kultur jedoch die ein oder andere deutsche Großstadt in den Schatten.

Die Altstadt Évoras gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Diese beheimatet unter anderem einen alten römischen Tempel, welcher der Göttin Diana gewidmet war. Die erste Besiedlung der Gegend um Évora geht jedoch auf die frühe Vorzeit zurück, wovon eine Megalithenanlage in der Nähe der kleinen Stadt zeugt. Im Laufe der Zeit wurde die Stadt von den Mauren erobert, welche die Anlage um eine Burg und eine Moschee erweiterten.

Europäische Geschichte in Alentejo

Alentejo bietet eine malerische, verlassene Landschaft inmitten der iberischen Halbinsel. Verlassene Burgen auf hohen Bergen bilden die Gipfel, die sich über eine weite, einsame Ebenen erheben. Auf der Suche nach einem Ort der Ruhe wird hier ein jeder fündig. Frei vom Massentourismus kann man hier sehr viel über die Lebensweise der Menschen lernen. Des weiteren erfährt man durch die hart umkämpfte Vergangenheit der Region viel über die europäische Geschichte.