Zum EM-Gegner nach Odessa

Eine Reise zum EM-Gegner Ukraine nach Odessa

Das nach der antiken griechischen Stadt Odessos benannte Odessa ist die größte ukrainische Hafenstadt am Schwarzen Meer. Mit ihren zahlreichen Prachtbauten verströmt die über eine Million Einwohner große Stadt einen altehrwürdigen Charme. Dabei war dies vor gut 200 Jahren noch ein reines Steppengebiet, das erst ab 1792 unter Katharina der Großen zu einem Militärhafen ausgebaut wurde.

Von Anbeginn an liberal und multikulturell

Die Zarin lud viele aus Deutschland und aus dem restlichen Europa stammende Siedler in dieses fruchtbare Gebiet ein, und verpflichtete diese dazu, nicht nur Häuser zu bauen, sondern ebenfalls Bäume zu pflanzen. Heute steht direkt vor der prächtigen Oper von Odessa ein Denkmal, dass die umtriebige Zarin mit ihren „vier Liebhabern“ zeigt.

Das liberale Klima von Odessa, in dem es keine Stadtmauern und keine Leibeigenschaft gab, zog vielen Menschen aus ganz Europa an die Schwarzmeerküste. Dort wurden sie von der aus Sergej Eisensteins Film „Panzerkreuzer Potemkin“ berühmten Potemkintreppe empfangen. Diese ist unten 21 Meter breit und verjüngt sich nach oben auf lediglich 13 Meter. Hierdurch sieht sie von unten wesentlich länger aus, als sie tatsächlich ist, während sie von oben stets gleich breit wirkt.

Eine Geschichte voller Leidenschaft

Seine größte Blütezeit erlebte Odessa im 19. Jahrhundert unter dem Stadthalter Graf Woronzow. Dieser holte viele Ingenieure, Künstler und Wissenschaftler in die Stadt. Unter jenen befand sich auch der junge Puschkin. Der war jedoch weniger gut auf Woronzow zu sprechen: Der Dichter war unglücklich verliebt in die blutjunge Gräfin Woronzow.

Die Bewohner von Odessa sind bekannt als ein leidenschaftliches und freiheitsliebendes Völkchen. Bis heute legt man hier Wert auf die Feststellung, dass die Stadt niemals realsozialistisch gewesen sei. So entwickelte sich, als die Stadt von 1941 bis 1944 von rumänischen und deutschen Truppen besetzt wurde, auch schnell eine rege Partisanentätigkeit. Die insbesondere in den Katakomben der Stadt versteckten Partisanen verhinderten die Sprengung des eindrucksvollen Opernhauses und sorgten dafür, dass Odessa nach Abzug der Besatzungstruppen weitgehend unzerstört blieb.

Carpe diem am Schwarzen Meer

Heute ist Odessa eine Stadt, in der um die 130 verschiedene Nationen friedlich nebeneinander leben. Dabei entzückt die Stadt am Schwarzen Meer ihre Besucher durch ihren freigeistig-verschrobenen Charme. Und wem all die klassizistischen Gebäude einmal zu viel des Guten werden, der kann an einem der vielen, weiten Sandstrände der Stadt einmal eine Auszeit nehmen.

 

Fotoquelle: Thinkstock, 484191221, iStock, vlad_karavaev

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