Die Basilius-Kathedrale in Moskau – Symbol für Russland

Ein Gebäude kommt einem wohl immer in den Sinn, wenn man an Moskau oder Russland denkt. Nein, ich meine nicht den Kreml, sondern eine der bekanntesten und architektonisch interessantesten Kirchen weltweit, die Basilius-Kathedrale.

Das bunte Bauwerk steht direkt am südlichen Ende des Roten Platzes und ist wohl DAS Wahrzeichen Moskaus. Im Jahre 1552 wurde an dieser Stelle die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit erbaut, als Denkmal für den Sieg des russischen Reiches über die Tataren. Doch bereits drei Jahre später wurde diese wieder abgerissen und Iwan IV. (Iwan der Schreckliche) ließ die Basilius-Kathedrale errichten. Ihren Namen verdankt sie dem Heiligen Basilius dem Gesegneten, der ungefähr an dieser Stelle begraben liegen soll. Doch dieser Name ist eigentlich nicht der offizielle, er hat sich einfach gegenüber dem richtigen durchgesetzt. Eigentlich heißt sie Mariä-Schutz-und-Führbitte-Kathedrale.

Eine Legende behauptet, dass Iwan den Architekten damals gefragt haben soll, ob er noch mehr solch schöner Kirchern erbauen könne. Als dieser die Frage bejahte, soll Iwan der Schreckliche ihm die Augen ausgestochen haben, dass er nirgends etwas Schöneres errichten konnte. Doch dies ist nachweislich nur eine Legende, denn der Architekt, Postnik Jakowlew, hat auch noch nach Iwans Tod einige imposante Bauwerke erschaffen.

Die Basilius-Kathedrale hat neun Kuppeln, von denen jede anders aussieht. Die Katehdrale selbst ist aus einfachem, unbemaltem Backstein, der einen Kontrast zu den bunten und verspielten Türmen und dem weißen Putz dazwischen bietet. Ursprünglich war die ganze Kathedrale weiß und die Kuppeln mit Blattgold verziert. Doch im 16. und 17. Jahrhundert wurde sie mehrmals umgebaut und umgestaltet.

Da sie nicht gerade zum Roten Platz ausgerichtet ist, wirkt sie oft assymmetrisch und etwas chaotisch. Doch kommt man ins Innere merkt man die strenge Symmetrie:  Der Hauptteil der Kirche ist als Viereck gebaut über dem sich ein Achteck erhebt, das in die gigantische Kuppel mündet. Die vier mittelgroßen Türme rund um die Hauptkirche sind achteckigund weisen in die vier Himmelsrichtungen. Die vier kleinen Türme sind viereckig und liegen zwischen den größeren, so dass das ganze Gebäude den Grundriss eines achtzackigen Sterns aufweist.

Man kann allein hier schon erkennen, dass beim Bau der symbolische Wert von Zahlen eine große Rolle gespielt hat. Zum Beispiel steht die Vier für die Weltelemente und damit für alles Irdische. Die Acht wiederum weist auf den Tag der Auferstehung Christi und den Tag des Jüngsten Gerichts hin und ist so ein Symbol für den Übergang in eine höhere Sphäre.

An die Hauptkirche in der Mitte schließen sich acht weitere kleinere Kirchen an. In jedem Turm eine. Sie stehen für die acht wichtigsten Schlachten um Kasan und jede davon ist außerdem einem Mitglied der Zarenfamilie zugeordnet.

Vor zwei Jahren wurde die Arbeiten zu der Vollsanierung der Basilius-Kathedrale beendet, daher erstrahlt sie heute so schön wie lange nicht mehr. Gottesdienste finden hier übrigens nur noch gelegentlich statt. Sie dient hauptsächlich als Museum.

Wer in Moskau ist, darf sich einen Besuch der Basilius-Kathedrale nicht entgehen lassen!